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Kunst aus Talcusstein: Die Visionen des Daniel Weber-Carocari
In den verschlungenen Pfaden der Kunstwelt erscheint manchmal ein Schöpfer, der durch seine Werke nicht nur die Sinne anspricht, sondern auch die Seele berührt. Daniel Weber-Carocari, ein in Meggen (LU) ansässiger Künstler, ist einer dieser besonderen Schöpfer, dessen Skulpturen aus Talcusstein eine Geschichte erzählen, die tiefer geht als die Oberfläche seiner Kunstwerke.
Von Cemil Baysal
In den verschlungenen Pfaden der Kunstwelt erscheint manchmal ein Schöpfer, der durch seine Werke nicht nur die Sinne anspricht, sondern auch die Seele berührt. Daniel Weber-Carocari, ein in Meggen (LU) ansässiger Künstler, ist einer dieser besonderen Schöpfer, dessen Skulpturen aus Talcusstein eine Geschichte erzählen, die tiefer geht als die Oberfläche seiner Kunstwerke.
Seine Skulpturen sind eine Balance zwischen zarter Haptik und sinnlicher Form, die gleichzeitig Ecken, Kanten und eine charakteristische Öffnung aufweisen. Für den Künstler repräsentiert diese Öffnung die Weitsicht, die seiner Kreativität Flügel verleiht und gleichzeitig seine Persönlichkeit widerspiegelt. «Die Symbolik der Öffnung gibt meinen Werken die Möglichkeit, vom Betrachter von nahem betrachtet zu werden, aber auch den Blick durch sie hindurch in die Ferne gleiten zu lassen», erläutert der Künstler.
Es ist die faszinierende Ambivalenz zwischen der Stärke des Steins und seiner durchlässigen Leichtigkeit, die Daniel Weber-Carocari in seinen Werken einfängt und damit eine Brücke zwischen Kontrasten schlägt.
Ein Tanz mit Zeit und Geduld
Die Rohlinge, die Weber-Carocari für sein Schaffen auswählt, durchlaufen einen Prozess der Annäherung. In seinem Atelier lässt er sie zunächst «ankommen», eine Verbindung zum Objekt aufbauend, die entscheidend für seine Arbeit ist. Zeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Prozesses. «Meistens vergehen Tage, bis ich eine Idee davon bekomme, welche Form das Werk annehmen könnte. Dann skizziere ich meine Vision auf Papier und beginne meine Arbeit. Doch der Stein spricht mit und zeigt mir klar seine Grenzen auf», erklärt Weber-Carocari. «Wenn es nicht passt, bricht er ab.» Die Beziehung zwischen Künstler und Objekt entwickelt sich im Laufe der Zeit, in die er investiert, bis sie schließlich eins werden. Alles kann geschehen, aber nichts ist zwingend. Ebenso unvorhersehbar sind Farbe und Struktur des Steins: «Nach 30 bis 50 Stunden intensiver Arbeit durch Feilen, Schleifen und Ölen zeigt sich der unverwechselbare Charakter des Steins», fügt er hinzu. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Künstlerherz erfüllt.
Daniel Weber-Carocari: Strukturierter Freigeist
Abseits seiner Kunst ist Daniel Weber-Carocari ein sensibler und einfühlsamer Mensch. Diese Eigenschaften spiegeln sich nicht nur in seinen Werken wider, sondern sind auch ein zentraler Teil seiner Persönlichkeit. «Ich nehme die Welt um mich herum auf intensive Weise wahr und kann die dabei entstehenden Empfindungen nun auch in meiner Kunst ausdrücken», sagt er. Seine Leidenschaft für das, was er tut, ist sein Antrieb.
Weber-Carocari ist nicht nur ein kreativer Freigeist, sondern auch ein strukturierter Geschäftsmann mit seiner eigenen Firma. Gleichzeitig ist er ein liebevoller Familienmensch. «Die Essenz aus allen Facetten meines Lebens macht mich zu dem, der ich heute bin», betont er. Als neugieriger, offener und hoffnungsvoller Mensch freut er sich auf alles, was das Leben noch für ihn bereithält.
In seinen Werken, geformt aus der Tiefe des Steins, verbindet Daniel Weber-Carocari nicht nur Material und Form, sondern auch Vergangenheit und Zukunft. Durch die Symbolik seiner Skulpturen öffnet er nicht nur einen Einblick in sein künstlerisches Schaffen, sondern auch in die vielschichtige Natur seiner eigenen Persönlichkeit.
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